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Unser Altarraum
in der Dorper Kirche

Am Himmelfahrtstag 2012
wurden im Festgottesdienst
die Prinzipalstücke eingeführt:


 Begrüßung und Dank 
 Pfarrer Jo Römelt:     
Herzlich willkommen zum Gottesdienst am heutigen Festtag!
Wir feiern – nein, nicht Vatertag, auch wenn es bildlich gesprochen um die Rückkehr Jesu zu seinem himmlischen Vater geht. Wir feiern Christi Himmelfahrt – ein Tag, der vielen fremd geworden ist. Der uns daran erinnert, dass unsere sichtbare, messbare Wirklichkeit umfangen, umgeben ist von einer anderen, größeren Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit hat Jesus verkörpert und in sie kehrt er zurück. Und diese Wirklichkeit ist auch das Ziel unseres Lebens. Deswegen: lasst uns mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen und unser Gesicht schon einmal in den offenen Himmel halten!
Für uns in Dorp gibt es heute aber noch einen Grund zum Feiern: Ab jetzt werden wir unsere Gottesdienste mit diesen neuen Prinzipalstücken feiern, die Ihr hier seht und die Ihr hoffentlich genauso schön findet wie ich. Mir ist es eine Freude, sie anzusehen. Möglich geworden sind sie erneut durch Menschen aus der Mitte unserer Gemeinde, die gesagt haben: Wir möchten, dass nach der erfolgreichen Sanierung des Kirchenschiffs jetzt auch gute neue Prinzipalstücke da stehen – und wir spenden dafür! Das bedeutet: weder der Gemeindeetat noch Spenden für die Kirchensanierung wurden angetastet. All das ist ein zusätzliches Geschenk aus der Mitte unserer Gemeinde. Und damit ein weiteres Stück „Kirchensanierung und –gestaltung in Eigenregie“ – dafür hat unsere Gemeinde ja gerade erst einen Sonderpreis der Zeitschrift Chrismon bekommen.
Das macht uns sehr dankbar! Wir danken herzlich allen Spenderinnen und Spendern, die das ermöglicht haben! Wir danken dem Architekturbüro Trapp für den guten und stimmigen Entwurf! Und wir danken, dem Mann, der mit seiner Handwerkskunst diese Entwürfe wunderbar umgesetzt hat: Herr Christof Ackermann. Ganz herzlichen Dank für diese tolle Arbeit! Und ein kleines handfestes Dankeschön unserer Gemeinde erwartet Sie nachher noch!
Und es gibt einen weiteren Menschen, den ich heute besonders nennen und begrüßen möchte: Nelia Joerß, die heute getauft wird. Herzlich willkommen, liebe Eltern und Paten, Familienangehörige, alle, die mitgekommen sind …

 Das Kreuz  Lesung zum Kreuz: Lk 24, 1-16
Als schon erste Berichte vom leeren Grab und von der Auferstehung Jesu im Umlauf sind, gehen zwei Jünger von Jerusalem in ihr Heimatdorf. Sie glauben nicht an die Auferstehung und sind traurig, weil Jesus tot ist. Dann begleitet Jesus sie unerkannt: „Ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.“ (V.16)
Wort zum Kreuz
Die beiden Jünger erkannten Jesus nicht. Sie sahen ihn nicht hinter dem fremden Begleiter. Wir sehen Jesus auch nicht. Oder doch? In diesem Kreuz können wir Jesus sehen: alles, was er für uns tat, alles, was er zu uns sagen will. Es wird uns gesagt und gezeigt durch dieses Kreuz:
1. Durch das Kreuz als solches. - Ein Kreuz ist ein Folter- und Hinrichtungswerkzeug. Als solches ist es Symbol für das Leiden Jesu Christi, dass er bereit war stellvertretend für die Menschlichkeit aller Menschen einen angstvollen und leidvollen Weg zu Ende zu gehen.
2. Durch das leere Kreuz. - Es blieb nicht bei Leiden und Angst. Diese Kreuz ist leer wie das Grab. Leiden und Angst sind überwunden. Was jetzt ist, ist schwer zu verstehen. Und es ist schwer darzustellen. Eine mögliche Darstellung ist ein leeres Kreuz. Es lässt uns die Freiheit, den Auferstandenen auf unsere eigene Weise zu sehen. Es stellt uns gleichzeitig vor die Aufgabe, das zu tun.
3. Dieses Kreuz ist eines, unter dem sich die Gemeinde versammeln kann. (Es ist aufgehängt, man steht darunter.) - Das Kreuz soll nicht nur angeschaut werden. Es lädt ein, sich darunter zu stellen: unter seinem Schutz Geborgenheit zu finden, unter seiner Flagge den Weg in die Welt zu gehen, unter seinen Armen Gemeinschaft zu bilden.
4. Dieses Kreuz hat ein Zentrum. (Quer- und Längsbalken sind so gefertigt, dass sie auf einen Punkt hin zulaufen.) - Hier begegnen sich Oben und Unten, Rechts und Links; hier begegnen sich Himmel und Erde, Gott und Mensch, und hier begegnen sich Mensch und Mensch. Das Zentrum dieses Kreuzes ist sein Ausgangspunkt und sein Zielpunkt zugleich. Es sagt uns: aus allen Himmelsrichtungen dürfen die Menschen hierhin kommen, und von hier gehen sie auch wieder in die Welt – gestärkt, ermutigt, ermahnt, erlöst. Und wohin sie auch gehen, sie wissen: es gibt ein Zentrum, an dem sich alles begegnet: Mensch und Mensch, Gott und Mensch, Himmel und Erde.

 Der Altar  Lesung zum Altar: Lk 24,30-32
„Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“

Wort zum Altar
Ihr Herz brannte, als er mit ihnen redete – erkannt wurde er von ihnen, als er das Brot brach. Die Schrift ist wichtig, das Wort ist wichtig. Brennende Herzen kann das machen, wenn es gelingt, wenn Jesus durch das Wort hindurch klingt. Aber das Wort und die Schrift – das ist mehr etwas für den Kopf. Und der Mensch hat doch auch einen Bauch.. Und dieser Bauch versteht manchmal mehr als der Kopf, weil im Bauch die ganz tiefen Gefühle sitzen, die , die sich oft gar nicht richtig mit Worten wiedergeben lassen. Hier, am Altar, ist der Ort dafür. Hier wird gegessen und getrunken. Unter den Armen des Kreuzes: in Gemeinschaft miteinander und mit dem der über allem ist und in allem, „Alles und in Allen Christus“ (Schriftwort über dem Altarraum).

 Das Taufbecken  Lesung zum Taufbecken: Apg 1,3.5.8
Jesus zeigte sich den Jüngern „nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen war, sprach er: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein.“

Wort zum Taufbecken
Dass wir in der Taufe mit dem Heiligen Geist beschenkt werden, ist nicht für die Augen sichtbar. Darum taufen wir weiterhin auch mit Wasser. Hier ist eine schöne Schale dafür. Wie sie hier oben so aufliegt, erinnert sie ein bisschen an einen Springbrunnen, an eine sprudelnde Quelle. Und was macht eine sprudelnde Quelle? Sie erfrischt, sie reinigt, ja, vor allem gibt sie uns etwas absolut lebensnotwendiges: Wasser.
Und genau das tut der Heilige Geist – genau das schenkt uns die Taufe:
→ Erfrischung – für die ermüdenden Tage des Lebensweges, die beschwerlichen, auf den Durststrecken, und da, wo's brenzlig wird.
→ Reinigung – niemand bleibt ganz sauber auf dem Weg durch's Leben. Menschen, selbst die besten, müssen sich auf jeden Fall die Hände schmutzig machen, und oft bleibt auch die Weste nicht weiß. Da hilft Wasser, da hilft der Geist
→ Und vor allem: hier entspringt das Leben selbst, Urgrund und Erhalt des Lebens.
Und was geschieht, wo eine Lebensquelle sprudelt, wo Wasser und Geist überfließen? Da bleiben sie nicht bei sich. Da ergießen sie sich zu den anderen, bis an das Ende der Erde.
An diesem Taufbecken ist das sichtbar: das Wasser fließt herab, auf uns alle zu, und von da immer weiter. (In der Farbe der Taufschale führt außen am Taufbecken eine Rinne hinab. Es erweckt den Eindruck als fließe von dort das Wasser aus der Schale ab und auf die Gemeinde zu.)

 Die Kanzel  Lesung zur Kanzel: Lk 24,17-29
Jesus begleitet unerkannt die traurigen Jünger und legt ihnen die Heilige Schrift aus. Das tut ihnen gut, und sie bitten den vermeintlichen Fremden, bei ihnen zu bleiben.

Wort zur Kanzel
So sind wir Menschen. Wir können Jesus direkt neben uns haben und sehen ihn nicht, spüren etwas, aber können es nicht einordnen. Da ist es gut, dass wir auch noch Ohren haben.
Wir haben so ein großartiges Vermächtnis in der Schrift. Selbst in altbekanntem ist immer wieder neues zu entdecken. Darum braucht es einen Ort, wo daraus gelesen wird.
Und es ist auch sehr hilfreich, die Schrift nicht nur zu lesen, sondern sich intensiv damit zu beschäftigen.
Gemeinden haben Menschen, die dazu berufen sind, das zu tun. Und das weiterzugeben, was sie dabei herausgefunden haben.
Hier – auf der Kanzel – ist ein Ort, um das zu tun.
Und wir beten darum, dass wir bei der Verkündigung erfahren dürfen – die, die hier stehen und sprechen, und die, die zuhören – dass wir gemeinsam erfahren dürfen: Er ist bei uns, er bleibt bei uns mit seinem Wort, auf unserem Weg.